Unsere Feste und Feiertage geben erinnern an zentrale Geschichten des christlichen Glaubens, schaffen Raum für Gemeinschaft und laden dazu ein, innezuhalten, zu feiern und neue Hoffnung zu schöpfen. Vom Advent über Weihnachten und Ostern bis zu Pfingsten und dem Reformationstag begleitet das Kirchenjahr das Leben evangelischer Christinnen und Christen. In Augsburg kommen besondere Traditionen hinzu: die Erinnerung an die Confessio Augustana am 25. Juni und das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August. Entdecken Sie auf dieser Seite die wichtigsten Stationen des Kirchenjahres und erfahren Sie, wie sie in Augsburg und der Region gefeiert werden.
Stationen durch das Kirchenjahr
Advent – Zeit der Erwartung
Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Die Wochen vor Weihnachten sind eine Zeit der Vorbereitung und Erwartung: Christinnen und Christen richten ihren Blick auf die Geburt Jesu. Kerzen, Adventslieder und Gottesdienste prägen diese Wochen. Auch in den evangelischen Gemeinden in Augsburg wird die Adventszeit mit Gottesdiensten, Musik und verschiedenen Veranstaltungen gestaltet.
Weihnachten – Gott kommt zur Welt
An Weihnachten feiern Christinnen und Christen die Geburt Jesu Christi. Die biblische Weihnachtsgeschichte erzählt von Maria und Josef, dem Kind in der Krippe und den Hirten auf dem Feld. In den evangelischen Kirchen Augsburgs gehören Christvespern und Gottesdienste an Heiligabend und den Weihnachtstagen zu den Höhepunkten des Jahres. Weihnachten steht für die christliche Hoffnung, dass Gott den Menschen nahekommt.
Passion & Karfreitag – Leiden und Tod Jesu
Die Passionszeit beginnt mit Aschermittwoch und führt auf Ostern hin. In diesen Wochen erinnern Christinnen und Christen an das Leiden und Sterben Jesu. Ihren Höhepunkt findet die Passionszeit am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung Jesu. Gottesdienste und auch große geistliche Werke wie die Passionen Johann Sebastian Bachs setzen sich mit dieser Geschichte auseinander. Karfreitag und Ostern gehören dabei unmittelbar zusammen: Auf die Erinnerung an Tod und Leid folgt die Hoffnung der Auferstehung.
Ostern – Hoffnung auf neues Leben
Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi und steht im Zentrum des christlichen Glaubens. Nach der Trauer des Karfreitags feiern Christinnen und Christen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Ostern ist deshalb ein Fest der Hoffnung und des neuen Lebens. In vielen Gemeinden beginnt die Feier bereits in der Osternacht oder am frühen Ostermorgen und setzt sich mit festlichen Gottesdiensten fort.
Christi Himmelfahrt – Christus bei Gott
Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach Ostern und deshalb immer an einem Donnerstag gefeiert. Nach der biblischen Überlieferung zeigte sich der auferstandene Jesus seinen Jüngern, bevor er zu Gott zurückkehrte. Das Fest macht deutlich: Jesus ist nicht mehr sichtbar bei seinen Jüngern und bleibt ihnen dennoch verbunden. Himmelfahrt gehört zur Osterzeit und führt zugleich auf Pfingsten hin.
Pfingsten – Gottes Geist verbindet
50 Tage nach Ostern feiern Christinnen und Christen Pfingsten. Die Apostelgeschichte erzählt, wie der Heilige Geist die Jüngerinnen und Jünger Jesu erfüllt und sie beginnen, die christliche Botschaft weiterzutragen. Deshalb wird Pfingsten häufig auch als „Geburtstag der Kirche“ bezeichnet. Im Mittelpunkt stehen Aufbruch, Gemeinschaft und die Verbindung von Menschen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.
Confessio Augustana – 25. Juni
Der 25. Juni hat für Augsburg und die evangelische Kirche eine besondere Bedeutung. An diesem Tag wurde 1530 beim Augsburger Reichstag die Confessio Augustana, das Augsburger Bekenntnis, Kaiser Karl V. vorgelegt. Der vor allem von Philipp Melanchthon verfasste Text fasste zentrale Überzeugungen der reformatorischen Bewegung zusammen und gehört bis heute zu den grundlegenden Bekenntnisschriften lutherischer Kirchen. Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Augsburg erinnert jedes Jahr rund um den 25. Juni an dieses Ereignis. Augsburg ist dadurch bis heute eng mit einem zentralen Dokument der Reformationsgeschichte verbunden.
Augsburger Hohes Friedensfest – 8. August
Der 8. August ist ein Feiertag, den es in dieser Form nur in Augsburg gibt. Sein Ursprung liegt im Dreißigjährigen Krieg: Am 8. August 1629 wurde den evangelischen Bürgerinnen und Bürgern Augsburgs die freie Ausübung ihres Glaubens genommen. Nach dem Westfälischen Frieden feierten die Augsburger Protestanten 1650 erstmals das Hohe Friedensfest als Dank für die wiedergewonnene Religionsfreiheit. Seit 1950 ist der 8. August ein gesetzlicher Feiertag innerhalb des Augsburger Stadtgebiets. Heute wird das Friedensfest konfessions- und religionsübergreifend gefeiert und verbindet seine evangelischen Wurzeln mit der Frage, wie friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Stadt gelingen kann.
Erntedank – am 4. Oktober
Beim Erntedankfest danken Christinnen und Christen für die Gaben der Natur und für das, was Menschen zum Leben brauchen. Traditionell werden Kirchen und Altäre mit Obst, Gemüse, Getreide und anderen Erntegaben geschmückt. Das Fest erinnert zugleich daran, dass Lebensmittel und natürliche Ressourcen nicht selbstverständlich sind. Erntedank verbindet deshalb Dankbarkeit mit dem Nachdenken über Verantwortung, Bewahrung der Schöpfung und einen gerechten Umgang mit ihren Gütern.
Reformationstag – 31. Oktober
Am 31. Oktober erinnert die evangelische Kirche an die Reformation. Der Tag nimmt Bezug auf das Jahr 1517 und Martin Luthers Kritik an kirchlichen Missständen, aus der sich eine weitreichende Reformbewegung entwickelte. Augsburg spielte in den folgenden Jahren eine zentrale Rolle: 1518 traf Luther hier auf Kardinal Cajetan, 1530 wurde die Confessio Augustana vorgelegt und 1555 der Augsburger Religionsfrieden beschlossen. Der Reformationstag erinnert deshalb nicht nur an Geschichte, sondern auch an die bleibende Aufgabe, Glauben und Kirche immer wieder neu zu bedenken.


